Das Wort Orientierung ist in der Bedeutung „Ausrichtung, Kenntnis von Weg und Gelände, geistige Einstellung“ im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Das zugrundeliegende Verb orientieren wurde bereits im 18. Jahrhundert aus dem französischen orienter entlehnt und geht auf den im Osten gelegenen Orient (lat. oriens) zurück, die (Aus)Richtung in der die Sonne aufgeht. --- [Quelle: wikipedia.de, Artikel "Orientierung"]
Ich war schlauer, als ich diesen Artikel bei Wikipedia gelesen hatte. Jetzt weiß ich, was die Griechen unter "Orientierung" verstehen - seiner ganz ursprünglichen Bedeutung nach: Die Ausrichtung auf die Sonne (ich denke, damit ist das gute Wetter gemeint...). Denn mit "Orientierung" im heutigen Sinne hatte der heutige Orientation Day wenig bis gar nichts zu tun. Der lief nämlich so ab: Ankunft an der Uni, 30min unverständliche Vorträge in gebrochenem Englisch bei miserabler Akustik ("we felkom ju tu se nattionall and kappodisstrrian juniverrsiti off attens"), dann eine halbe Stunde mit den anderen Erasmusstudenten in einer Schlange stehen, am Ende dieser Schlange seinen Namen sagen und eine Umhängetasche zu bekommen, in der sich ein Formular befand, welches bestätigt, dass wir Erasmusstudenten sind.
Und dann gabs in der Aula was zu Essen.
Kein Wort darüber, wie's nun weitergeht. Nichts. Was geschieht mit dem Formular jetzt? Wozu brauchen wir das? Wohin damit? Wann kriegen wir die U-Bahn Monatskarte, den Studentenausweis, unsere Mensakarte, unseren Stundenplan,...?!? Das waren so die Fragen, die wir uns bei Cola & belegten Brötchen (Feta, Tomate & Olive - versteht sich!) in der Uniaula stellten. Schließlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir doch mal bei den jeweiligen Sekretariaten unserer Fakultäten nachfragen könnten - und los geht's.
Dort angekommen, schaute man mich an als sei ich von einem anderen Stern. Keiner wusste, was zu tun war. Also ging ich wieder meinen Professor nerven. Der hat denen den Marsch geblasen, und dann gings. Jetzt bin ich stolzer Inhaber eines anderen Formulars, mit dem ich morgen auf ein anderes Büro* muss um meine Mensakarte zu bekommen. Am Mittwoch darf ich dann wiederkommen, um meinen Studentenausweis zu holen - und noch ein Formular, mit dem ich wiederum in ein anderes Büro muss, um dort die Monatskarte zu holen - na, Servus! Fabi erobert Athen und sucht den Passierschein A38...
Aber immerhin, Leute, ich hab eine orange Tasche, auf der "University of Athens" steht. Wer braucht schon Informationen, wenn er sowas haben kann?
Meine Zeilen des Tages:
Schau auf die Sonne, hell und klar,
richte deinen Blick dorthin.
Dann weißt du wie es damals war,
plötzlich macht es alles Sinn!
Keiner weiß wohin, woher, warum -
man fühlt sich so unendlich dumm.
Doch eins, das bleibt, ich sag' es leis':
Ich weiß sicher, dass ich nichts weiß!
*Sehr sinnvoll finde ich es auch, dass es hier anscheinend Brauch ist, alle Büros und Sekretariate nur Mo, Mi, Fr jeweils von 11-13 Uhr zu öffnen. Das erleichtert es einem ungemein, in einer Großstadt wie Athen (in der man von einem Ende zum anderen ne ganze Weile braucht...), möglichst viele Sachen schnell abzuhaken. *ACHTUNG: IRONIE*
1 Kommentar:
Der Passagierschein A38...zu geil. Aber du hast ja noch ein paar Monate Zeit in denen du alle Dokumente besorgen kannst ,-)
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