Weihnachtlich, adventlich sollte es eigentlich sein - hier am Syntagmaplatz in Athen. Und statt nur 2 Lichtlein, brennt am Abend nach dem zweiten Advent der ganze Baum.Und nicht nur das: Die Bilder die im griechischen Fernsehen die Runde machen, sind wirklich angsteinflößend - wer in Deutschland die Tagesschau gesehen hat, weiß vielleicht was ich meine. Um einiges besorgter ist man jedoch angesichts solcher Bilder, wenn man weiß, dass das Gebäude, welches gerade im Live-TV lichterloh in Flammen steht, in der Straße steht, in der man wohnt. Und auch die Schauplätze der übrigen Aufnahmen würde man innerhalb von höchstens 15min zu Fuß erreichen. Da macht man sich doch so seine Gedanken, und hofft, dass die rund 4000 Jugendlichen, die laut Nachrichten hier in Athen durch die Straßen ziehen und alles kurz und klein schlagen, was ihnen im Weg steht, einen Bogen um das evangelische Gemeindehaus machen...
Heute morgen war's dann zum Glück einigermaßen ruhig, und da hab' ich mir 'n Kaffee geholt und bin was Essen gegangen. Natürlich hab ich auch ein paar Bilder gemacht...die könnt ihr hier anschauen. Jetzt grad bin ich zum Glück wieder daheim, denn in diesen Minuten beginnen am Syntagma-Platz wieder die ersten Unruhen, u.a. die Metrostation wurde offenbar von jugendlichen Randalierern besetzt. Um 15 Uhr war auch die Beerdigung des am Samstag erschossenen Jugendlichen - und danach geht's hier nach Einbruch der Dunkelheit sicher wieder rund. Nachdem die Polizei in den letzten Tagen die offizielle Anweisung hatte, so gut wie nichts zu tun um die Lage nicht noch mehr eskalieren zu lassen, kommt heute der Beschluss, härter durchzugreifen - doch das könnte wirklich eher kontraproduktiv sein...
Ich bin mal gespannt, wie lange das hier so geht. Tagsüber kann man sich in der Regel, wenn man aufpasst und sich vorrausschauend bewegt, sogar rausgehen - gut, mit etwas Pech kann man natürlich auch dann irgendwo landen, wo's gerade rund geht. Erstaunlich ist aber, dass man so mitten im Anarchistenpulk eigentlich nicht gefährdet ist: Denn abgesehen haben die's nicht auf "normale Leute" oder ihresgleichen, sondern auf Polizei und irgendwelche Geschäfte, Gebäude und Autos. Gefährlich wird's da, wenn man zwischen die Fronten gerät oder in einen Polizei-Pulk - bei denen sitzt der Knüppel anscheinend ziemlich locker. Auf jeden Fall sollte man die Straßen allerdings nach Einbruch der Dunkelheit meiden, denn dann kommen die Vampire. Oh, äh, natürlich nicht. denn sonst könnte man sich ja einfach ne Knoblauchzehe umhängen. Aber vielleicht helfen Knoblauchzehen ja auch gegen Anarchisten? Das werd ich mal vorschlagen. Statt mit Steinen oder mit Tränengasgranaten sollen die lieber mit Knoblauch werfen. Manchmal können Probleme so einfach zu lösen sein...
In diesem Sinne werd ich gut auf mich aufpassen hier im unruhigen Athen in der Hoffnung, dass die Krawalle bald nachlassen und man sich hier wieder frei bewegen kann...
Meine Zeilen des Tages:
'Ne Kerze brennt Sonntags am Kranz,
Nicht in Athen -
da brennt das Bäumchen ganz.
Und mit dem Baum und was er hat,
da links und rechts -
bald brennt dann auch die ganze Stadt.
Es knallt und blitzt mal hier und da,
man geht nicht mehr hin -
wo man vorher g'rad war!
Doch bald ist's vorbei, so glaub ich fest,
wenn man die Polizei
mit Knoblauch werfen lässt!
2 Kommentare:
Auch geweihtes Wasser kann Vampiren Schaden zufügen.Damit sollte man vielleicht die Wasserwerfer füllen--
wasswerfer dürfen die hier leider aus irgendwinem grund ned einsetzten, die wären ziemlich effektiv glaub ich. damit könmnt amn acuh gleich die brandsätze löschen :-P
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